Die Möglichkeit von Aktivität ohne Denken

Einer der größten Fragen die sich aufstellen, wenn man über die Möglichkeiten nachdenkt, wie eine Aktion ohne Denken überhaupt funktionieren kann, ist permanent anwesend. Sie wird vom Denken selbst (mit)erschaffen und kontrolliert.

Wie soll eine Aktivität erzeugt werden, eine Bedürfnis, eine Freude, eine Willen, um eine bestimmte Bewegung zu erzeugen? Ist es überhaupt möglich ohne Denken, nicht nur still zu stehen und in sich -fast schon depressiv- zu verharren. Ist das Denken zu diesem Zeitpunkt die bestimmende Kraft? Wie setzte ich mich durch? Ist das Ego dabei ein bestimmendes Organ?

Es ist möglich!

Doch es ist eine vollständig andere Ebene, fast schon eine gefühlte andere Dimension. Für die es eine Entscheidung braucht. Eine Entscheidung sich von jeglicher Eigenkontrolle zu trennen und das Sein überhaupt zuzulassen. Es ist nicht mit dem Denken kompatible! Es ist nicht fühlbar. Es ist außerhalb des Egos. Es ist der Beginn der Auflösung des eigenen Egos. Es ist das Zulassen von allem was man / das Denken / nicht kontrollieren kann.

Diese Dimension hat nichts mit Meditation oder Yoga zu tun. Auch nicht mit Entspannung oder einer bestimmten Einstellung oder einer Gefühlssituation. Es ist auch kein Weg ins Jetzt. Diese Dimension (auch nur ein Wort des Denkens) ist immer da. Eine viel höhere Intelligenz, als die mit dem Denken in Verbindung stehende Ableitung von Intelligenz, welche zu keinem Zeitpunkt eine gewesen war.

Zwischen Ihnen und diesem Zustand steht nur das Denken, Ihr Denken. Es ist wie eine Nebelwand die Sie permanent anschreit. Ihnen Angst und andere Gefühle durch den Körper jagt. Sie glauben an die Nebelwand, sie ist Ihre objektive Realität, Ihre Sicherheit, Ihr einziger Weg. Sie ist fühlbar und in Ihnen, nein, Sie selbst müssen diese Nebelwand sein, weil Sie selbst in der Nebelwand stecken, Sie schauen aus der Nebelwand selbst heraus. Ihr Körper existiert nur in der Nebelwand. Ihren Körper müssen Sie ja beschützen, sicherstellen das er Sie morgen noch am Leben hält.

All diese Worte entstammen nur Ihrem Denken. Ein Märchen, eine Illusion, eine so aufregend und glaubhafte Geschichte, dass Sie ihr natürlich folgen müssen.

Sie können nicht begreifen, dass eine Handlung ohne Denken für Sie möglich sein kann. Sie erkennen nur das aktive Denken als Teil Ihres Lebens und Ihrer Existenz. Das Denken hat Sie davon überzeugt, dass Sie das Leben kontrollieren müssen, Ihr Leben, das Sie angeblich sogar besitzen, das Sie sogar sind. Mit diesem Leben können Sie angeblich alles erreichen, wenn Sie nur alles in die Hand nehmen.

Was Ihnen das Denken jedoch nicht in Ihren Sinn gibt, ist das Kontrolle nur eine Illusion ist.

Nehmen Sie Ihren Herzschlag: Sie haben keine Kontrolle über Ihn. Oder das Atmen: keine Kontrolle. Den extrem komplexen Stoffwechsel in Ihrem Körper: keine Kontrolle. Das Hören, das Sehen, das Schmecken, das Fühlen: keine Kontrolle. Oder der Griff Ihrer Hand: nur eine Wille, keine Kontrolle. Selbst das Gehen: nur ein Fallen von einem Bein auf das Andere: kein Kontrolle.

Sie werden jetzt den Makro-Kosmos als Beweis benutzen (nicht Sie, sondern Ihr Denken) und erklären, dass Sie einen Stuhl bauen können, ihn unter den Tisch schieben und sich auf ihn setzen können. Sie können entscheiden, steuern - Sie beeinflussen Ihre Umgebung. Nein, auch das ist nur eine Illusion welche Ihnen Ihr Denken einräumt, damit Sie an das Denken weiterhin glauben. Denn was können Sie denn im Makro-Kosmos kontrollieren? Die Bewegungen der anderen Menschen, dessen Denk-gesteuerten Wege? Die Tiere, die Pflanzen, ob ein Zweig auf Ihnen beim spazieren herabfällt, ein Bus von der Fahrbahn abkommt oder ein Meteoroid seine geplante Laufbahn ändert weil er mit einem Kometen kollidierte? Oder das Wetter, das Klima, die Bewegungen der tektonischen Erdplatten?

Es ist eine endlose Kette des Glaubens, vom Denken inszeniert.

Der Zenit dessen ist die Wissenschaft als solches. Sie wird als heiliger Gral der Logik angesehen, eine unumstößliche Verlässlichkeit, eine Naturkonstante. Sie ist die höchste Legitimation des Denkens. Sie ist der cleverste Schachzug für eine grenzenlose Abhängigkeit vom Denken.

Doch dies ist falsch. Die Wissenschaft selbst weis, das sie nichts weis, noch nie wussten und es auch nie wissen wird. Sie ist der gleiche Beobachter in einem wunderhaften Universum, wie Sie es sind wenn Sie den Sternenhimmel betrachten. Auch der Wissenschaft simuliert das Denken eine Kontrolle die es nicht gibt, nie gab und nie geben wird.

Und trotzdem sind wir hier. Immernoch. Auf diesem Planten, in diesem Sonnensystem, in dieser Galaxie, in diesem Universum, in dieser Endlosigkeit, und wissen überhaupt nichts. Wir sind Geschichtenerzähler, wie unser Vorfahren. Vor 75.000 Jahren erfanden wir das Denken und begannen zu beschreiben und zu erklären. Wir erfanden das Wissen und nutzen das Denken um unsere Geschichten in Worte zu fassen, Worte die wir erfanden in Ableitung und Vergleich. Erst in Physischen: wie das BeGreifen, das VerStehen, DurchSetzen. Haben wir heute jede dieser Verbindungen getrennt und verlieren uns in einer großen Simulation, einer virtuellen Realität.

Wir befinden uns in einer eigens geschaffenen Blase und der Illusion, in Dieser abgekoppelt das unverstandene Leben kontrollieren zu können.

Im Denken haben wir unseren Meister gefunden.

Fortsetzung folgt..

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